Stolpersteine – Allgemeine Informationen

VON SVENJA SCHWARTING

Die Stolpersteinaktion

In der letzten Zeit liest man in Zeitungen wiederholt von der Aktion „Stolperstein“. Diesen Begriff hat fast jeder schon einmal gehört oder ist selbst über einen„gestolpert“. Die Stolpersteine werden in immer mehr deutschen Städten zur Erinnerung an die ermordeten Opfergruppen des Nationalsozialimus verlegt.
Nicht nur Großstädte sondern auch kleine Orte haben die Möglichkeit, solche Mahnmale verlegen zu lassen, in Bad Bentheim hat diese Aktion wiederholt stattgefunden.

Begriffserklärung
Der Name der kleinen Gedenksteine, Stolpersteine, ist nicht nur ein Name, sondern beschreibt gleichzeitig den Sinn. Man „stolpert“ sozusagen über diese Steine auf dem Gehweg vor den Häusern, in denen die Opfer gelebt haben. Die Steine sollen aufzeigen, dass die Opfer des Holocaust mitten unter uns gelebt haben und nicht am Rande der Gesellschaft.
Stolpersteine sind kleine, zehn mal zehn Zentimeter große Steine aus Beton mit einer Messingplatte, die zum Gedenken deportierter Juden direkt vor Ort verlegt werden.
Sie sind in einer Stadt nicht an einem zentralen Ort zu finden, sondern auf verschiedenen Stellen, an denen damals Juden gewohnt haben
Durch diese notwendige Verbeugung unterbrechen Stolpersteine die Handlung eines Menschen, um auf ihren Sinn aufmerksam zu machen. Sie dienen zum Denkanstoß, bringen durch ihren Charakter den Menschen zum Nachdenken und erinnern an die Namen der Opfer und ihre Schicksale.

Der Künstler Gunter Demnig
Gunter Demnig, der Gründer der Stolperstein-Aktion, wurde 1947 geboren und wuchs in Nauen und Berlin auf. Nach seinem Abitur 1967 studierte er Kunstpädagogik, Industrial Design, Freie Kunst und legte sein Staatsexamen für Bildende Kunst und Werken an Gymnasien ab.
Im Jahre 1990 fand sein erste Aktion zur Erinnerung der in Köln deportierten Juden statt. 1993 entwickelte er den ersten Entwurf zum Stolperstein-Projekt, das 1997 zum ersten Mal umgesetzt wurde. Die ersten Stolpersteine wurden in Berlin-Kreuzberg, zunächst ohne Genehmigung der Stadt und Anwohner, durch Gunter Demnig verlegt, jedoch nach einiger Zeit legalisiert.
Durch sein großes Engagement erhielt Demnig im Jahre 2004 den Max-Brauer-Preis der Alfred Toepfer Stiftung FVS in Hamburg und dir Herbert-Wehner-Medaille der Gewerkschaft Verdi. 2005 wurde ihm der German Jewish History Award der Obermayer Foundation verliehen.

Stolpersteine in Deutschland und im Ausland
Von 1993 bis 2007 hat Gunter Demnig inzwischen rund 12.500 Stolpersteine in etwa 277 Städten und Gemeinden eingesetzt und es werden in Zukunft weitere Stolpersteine verlegt.
In Ungarn, wo schätzungsweise 600.000 Juden ermordet wurden, begann Demnig 2007 mit der Verlegung von 13 Stolpersteinen, von denen acht in Budapest verlegt wurden.
Auch in den Niederlanden war Demnig aktiv und die Stadt Borne, nahe der deutschen Grenze, erhielt 2007 die ersten Stolpersteine
Aufgrund der starken Popularität des Projektes kommen ständig weitere Stolpersteine hinzu, und nach Deutschland, Österreich, der Schweiz und den Niederlanden sind weitere Aktionen in Länder der EU geplant.
In Bad Bentheim wurden bis heute in drei Aktionen seit 2006 insgesamt 57 Stolpersteine öffentlich verlegt.

Von der Herstellung über die Verarbeitung zur Verlegung
Zur Herstellung der Stolpersteine wird von Gunter Demnig zunächst ein Betonstein mit zehn mal zehn Zentimetern Kantenlänge benötigt, auf dem dann eine Messingplatte befestigt wird. Auf dieser Platte werden nun die folgenden Daten der ermordeten Juden eingraviert:
– Namen
– Geburtstag
– Datum und Ort der Ermordung

Die Daten erhält Demnig von den Behörden in den jeweiligen Orten der Verlegungsaktion. Bei fehlenden Informationen stellen die Datenbanken der Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem und Staatsarchive eine Recherche-Hilfe zur Erlangung der benötigten Daten dar.
Ist der Stolperstein fertiggestellt worden, wird er von Gunter Demnig persönlich am Aktionsort verlegt. Bei der Verlegung werden zunächst an der Stelle, an der die Stolpersteine ihren Platz finden sollen, die Bodenplatten oder die Gehwegsteine herausgehoben. Um die Stolpersteine möglichst tief einsetzen zu können wird der Beton darunter zusätzlich mit einem Presslufthammer ausgestemmt. Danach werden kleinere Betonsteine in die Mulde gesetzt, wobei für die Stolpersteine Platz freigelassen wird. In die Zwischenräume werden dann die Stolpersteine eingesetzt und mit einem Hammer im Boden verfestigt. Entstandene Fugen zwischen Stolpersteinen und Betonstein werden mit Zementmörtel aufgefüllt und verdichtet, wodurch sie fest verbunden sind und nur mit Gewalt herausgebrochen werden können.
Standartgemäß werden Stolpersteine auf diese Weise verlegt, es sei denn die Bodenbeschaffenheit lässt dies nicht zu.

Organisation und Zeremonie der Verlegung
Gunter Demnig verlegt die Steine auf Anfrage von Gemeinden, Initiativen, Schulen, Angehörigen und Hinterbliebenen. Diese wenden sich an den Künstler und übernehmen eine Patenschaft für einen Stein mit einer einmaligen Gebühr von 95€, haben allerdings nach der Verlegung keine Verpflichtungen mehr.
Jedoch lehnen Städte diese Stolpersteine aus unterschiedlichsten Gründen ab. Der Vergleich mit einem „Walk of Fame“ in Hollywood, ist das meistverwendete Argument für die Ablehnung der Stolpersteinaktion.

Die Patenschaft der Stolpersteine wird meist von Schulklassen oder Schulprojekten übernommen, die sich mit der Judenverfolgung im Nationalsozialismus befassen und sich engagieren. Die Paten nehmen vor der Verlegung Kontakt mit der Stadt auf, um die Genehmigung einzuholen, eine solche Aktion durchführen zu können.

Zusätzlich müssen die Bewohner des Gebäudes des zugehörigen Gehwegs ihr Einverständnis zur Verlegung geben.
Stößt diese Aktion auf Ablehnung, kann einer Verlegung der Steine nicht durchgeführt werden.
Ist die Verlegung genehmigt, reist Demnig für etwa zwei Tage an und übernachtet bei einem der Organisatoren.
An der Zeremonie können neben den Paten alle Bürger der Stadt teilnehmen und Zeitzeugen, Ehrenbürger und Bürgermeister werden persönlich eingeladen.
Am Abend vor der Verlegung findet häufig eine Informationsveranstaltung statt, auf der auch
Gunter Demnig eine kleine Ansprache über die Verlegung der Stolpersteine und die Organisation der Verlegung hält.
Die Verlegung selbst findet meist unter großem Interesse und Anteilnahme der Bevölkerung und Presse statt und nach kurzen Ansprachen verlegt der Künstler Demnig die Stolpersteine, die anschließend Eigentum der Stadt oder Gemeinde sind.

Kritiker und Befürworter
Obwohl die Bevölkerung überwiegend das Stolperstein-Projekt unterstützt und zahlreich bei der Verlegung erscheint, gibt es wie bei jedem Projekt auch hier Kritiker und Gegner.
Die Präsidentin des Zentralrats der Juden und Deutschland, Charlotte Knobloch, halte eine solche Art eines Denkmals als unerträglich, die Namen der ermordeten Juden auf Tafeln zu lesen, die in den Boden eingelassen sind und auf denen mit Füßen „herumgetreten“ werde.
Sie wisse, dass die Gedenksteine ein Zeichen für die Anteilnahme seien und toleriere die Meinung anderer hierzu. Allerdings sei dies nicht die richtige Art und Weise, da die Opfer ihrer Meinung nach nicht die angemessene Würdigung erhielten.
Auch die Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde für Göttingen und Südniedersachsen, Eva Tichaues Moritz, übt scharf Kritik an den Stolpersteinen. Ihrer Meinung nach würden die Stolpersteine auf dem Boden bedeuten, dass sie mit Füßen getreten und vielleicht bespuckt, mit Kaugummi überklebt und verdreckt werden.
In ihrer eigenen Familie sind während der NS-Zeit 19 Familienmitglieder umgekommen und sie könne es nicht akzeptieren, dass ihre Namen i Steine eingraviert auf der Straße lägen. Vielmehr sollten ihrer Meinung nach die Gedenktafeln an die Häuserwände angebracht werden.
Schon vor Beginn des Projekts war Gunter Demnig klar, dass nicht jeder mit der Verlegung von Stolpersteinen einverstanden sein würde und sich Bürger sowie Kommunen und einige Politiker dagegen sträuben würden.
Am Anfang seines Projekts wollte Demnig Gedenktafeln an die Häuser anbringen, es gab jedoch Widerstand von den Eigentümern. So entschied er sich für die Stolpersteine auf den Gehwegen und ruft so eine Verbeugung vor den Opfern hervor.

In Bad Bentheim sind keine Kritiker der Stolpersteine bekannt. Die Aktion wurde von Teilen der Bevölkerung, die die Patenschaft übernahmen und den Politikern unterstützt. Auch Zeitzeugen wie Frau Wertheim, Jüdin aus Gildehaus, und Herr Kohlhoff, ehemaliger Nachbar der Familie Goldsteen, unterstützen durch ihre Anwesenheit bei der Zeremonie die Stolperstein-Aktion und bestärken die Aktion positiv.

Vandalismus
Teilweise kam es in einigen deutschen Städten zu Vandalismus an Stolpersteinen. Die Steine wurden beschmutzt oder die Inschrift unkenntlich gemacht.
So wurden im März 2008 in Stuttgart nach der Verlegung von 70 Steinen zwei mit Farbe beschmiert und Unbekannte sprühten auf den Gehwegen den Schriftzug „Stoppt Israel“. Es wird vermutet, dass die Täter aus der rechtsextremen Szene stammen oder Islamisten seien, die gegen die israelische Politik kämpfen.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich in Berlin-Kreuzberg, wo mehrere Jugendliche dabei erwischt wurden, wie sie mit einem herausgebrochenen Stolperstein Fußball spielten. Als die Polizei eintraf, waren sie jedoch schon wieder verschwunden.
Zwar sind dies erschreckende Beispiele für den Vandalismus an Stolpersteinen, aber es handelt sich um Einzefälle. Demnig selbst denke, der Vandalismus halte sich in Grenzen.
In bad Bentheim und Gildehaus sind keine Fälle von Vandalismus bekannt, allerdings wurden Stolpersteine in Gildehaus mehrmals von Unbekannten mit Sand verdeckt.
Zwar waren dies Ausnahmen, aber die Bürger waren dennoch entsetzt und entfernten den Sand, um die Steine wirde freizulegen und sichtbar zu machen.

Nachahmungen der Stolpersteine
Seit Beginn der Stolperstein-Aktion haben viele Künstler versucht, das Projekt nachzuahmen, was nicht immer gelang und teilweise auch auf Protest stieß.
Das Projekt „Auf Augenhöhe“ des Buchautors und Historikers Egon Heeg bringt, so wie Demnig es erst umsetzen wollte, Gedenktafeln an die Häuserwänden auf.
Heegs Projekt findet jedoch keinen großen Anklang, da die Plaketten Praxisschildern an den Häuserwänden ähneln.
Viel Aufsehen erregten die „Schmunzelsteine“ in Leichlingen nahe Leverkusen, die leicht mit den Stolpersteinen zu verwechseln sind. Der Ehrensenator Rainer E. Finke des Festkomitees Leichlinger Karneval, hatte die Idee auf diese Weise verstorbenen Karnevalisten zu Gedenken. Im Unterschied zu den Stolpersteinen verläuft die Inschrift auf den „Schmunzelsteinen“ nicht gerade, sondern diagonal und se sind auf einem freien Platz verlegt und nicht vor Häusern. Gunter Demnig hält die Schmunzelsteine für Plagiate. Es selbst unternahm jedoch nichts gegen die Nachahmungen, obwohl er mit einem solchen Vorgehen nicht einverstanden was.
Am 12.2.2008 wurden die Schmunzelsteine von den Mitgliedern des Leichlinger Festkomitees wieder entfernt und sollen nun verändert werden, um eine Verwechslung mit den Stolpersteinen auszuschließen.
Auch in Zukunft sind Nachahmungen nicht auszuschließen. Demnig sieht aber keinen Grund, sich darüber Gedanken zu machen und wird auch zukünftig keine juristischen Wege einleiten um solche Nachahmungen zu unterbinden.

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Stolpersteine in Bad Bentheim

VON SVENJA SCHWARTING

Stolpersteinverlegung in Bad Bentheim und Gildehaus
In Bad Bentheim und Gildehaus wurden insgesamt 57 Stolpersteine durch Gunter Demnig verlegt.
Die ersten fünf Stolpersteine wurden am 21.April 2006 zum Gedenken der Familie Goldsteen, auf dem Gehweg der Kirchstraße 2 ind Bad Bentheim verlegt. Schüler der damaligen 7a und Lehrer der Grund- und Hauptschule Bad Bentheim hatten sich vorher intensiv mit der jüdischen Geschichte und der Geschichte der Bentheimer Juden befasst.
Die Grund- und Hauptschule Bad Bentheim übernahm die Patenschaft und damit die verbundenen Kosten der Stolpersteins für die ehemalige Schülerin Goldsteen.

Der Ansprechpartner der Initiative Stolperstein für Bentheim und Gildehaus, Bernd Sundhoff, war sehr angetan vom Verlauf der Aktion und der großen Anteilnahme.
Am 7.Februar 2008 verlegte Gunter Demnig bei seinem dritten Besuch die letzten zehn der 57 Stolpersteine.
An jeder der fünf Stationen in Bentheim, an denen Stolpersteine verlegt wurden, erinnerte Liesel Schmidt von der „Stolperstein“- Initiative in kurzen Vorträgen an die Opfer. Schüler, die schon an der Initiative 2006 teilgenommen hatten, lasen anschließend die Namen der ermordeten Juden vor.
Diese Verlegung von Stolpersteinen in Bad Bentheim und Gildehaus war die letzte. Da hier nun aller ermordeten Juden, die in Bentheim und Gildehaus wohnhaft waren, gedacht worden ist.

Holocaust-Opfer aus Bad Bentheim
Wilhelmstr.7
Siegmund Portje, JG. 1885, ermordet 05.10.1942 Auschwitz
Frieda Portje, geb. Lehrberg, JG. 1888, ermordet 05.10.1942 Auschwitz

Wilhelmstr. 9a
Jenny Heijmann, geb. Neter, JG. 1888, ermordet 12.2.1943 Auschwitz
Magda Frank, geb. Neter, JG. 1888, ermordet 12.2.1943 Auschwitz

Wilhelmstr. 31a
Albert Wertheim, JG. 1872, ermordet 23.7.1943 Sobibor
Ella Wertheim, geb. Isaac, JG.1883, ermordet 23.7.1943 Sobibor
Thekla Pintkus, geb. Wertheim, JG. 1904, am 8.5.1945 für tot erklärt
Hildegard Löhnberg, geb. Wertheim, JG. 1905, ermordet 19.10.1943 Auschwitz
Erich Wertheim, JG. 1906, ermordet 31.10.1944 Auschwitz
Hans Wertheim, JG. 1913, ermordet 4.6.1943 Sobibor

Wilhelmstr. 36
Joel Wertheim, JG 1866, deportiert am 30.1.1942, verschollen

Kirchstr. 2
Levi Goldsteen, JG. 1870, ermordet 15.10.1942 Auschwitz
Lena Goldsteen, geb. König, JG. 1876, ermordet 15.10.1942 Auschwitz
Rosi Goldsteen, JG. 1906, ermordet 15.10.1942 Auschwitz
Regina Goldsteen, JG. 1907, ermordet 11.6.1943 Sobibor
Elfriede Goldsteen, JG 1912, ermordet 15.10.1942 Auschwitz

Paulinenweg 11
Wilhelm Zilversmit, JG. 1876, ermordet 23.7.1943 Auschwitz
Dina Zilversmit, geb. Grünwald, JG.1873, ermordet 23.7.1943 Auschwitz
Heinz Zilversmit, JG. 1908, ermordet 6.10.1941 Mauthausen

Paulinenkrankenhaus
Gustav Cahn, JG. 1864, ermordet nach 1941 Theresienstadt

Am Berghang 5
Lena Meyer, JG. 1876, ermordet 27.11.1942 Auschwitz
Berta Gossels, JG. 1908, ermordet 30.9.1942 Auschwitz
Salomon Gossels, JG. 1878, Flucht nach Holland, Tod nach 1940
Malchen Gossels, geb. Meyer, JG. 1878, ermordet 3.12.1942 Auschwitz

Schlossstr. 15
Gustav Wertheim, JG. 1876, ermordet 26.1.1943 Auschwitz
Julius Wertheim, JG. 1879, ermordet vor 1945

Ochtruperstr. 7a (Grünanlage)
Carl Mildenberg, JG. 1897, ermordet 26.10.1939 Buchenwald

Sieringhoeker Weg 3
Wolff-Heimann Kleinhaus, JG. 1878, ermordet vor Mai 1945
Judith Kleinhaus, geb. Posener, JG. 1877, ermordet 14.5.1943 Sobibor

Auf dem Mersch/Bernhard-Hagels-Platz 13
Sophie Kösters, geb. Neter, JG. 1863, ermordet 5.11.1942 Auschwitz
Josephine Kösters, JG. 1896, ermordet 30.9.1941
Helena Kösters, JG. 1900, ermordet 9.7.1943 Sobibor
Anna Reindorp, geb. Kösters, JG. 1902, ermordet 2.11.1942 Auschwitz

Mühlenstr. 22
Lena Wertheim, geb. Rosenbaum, JG. 1871, ermordet 1943 bei Riga
Johanna Wertheim, JG. 1874, ermordet 1943 bei Riga
Josephine Wertheim, JG. 1919, ermordet 1944 Stutthof

Dorfstr. 21
Moritz Neter, JG. 1899, ermordet 28.2.1942 Auschwitz
Josefine Beem, geb. Neter, JG. 1901, ermordet 1943 Sobibor
Henriette Heymann, geb. Neter, JG. 1906, ermordet 1943 Stutthof
Isidor Heymann, JG. 1905, ermordet 24.10.1944 Lager Landsberg/Lech
Hedwig Neter, geb. Heymann, JG. 1906, ermordet Dezember 1943 bei Riga
Zilla Neter, JG. 1939, ermordet Dezember 1943 bei Riga
Semi Neter, JG. 1942, ermordet Dezember 1943 bei Riga
Jeanette Kösters, JG. 1870, ermordet 1941

Bergstr. 22
Alide Zilversmit, JG.1878, Flucht nach Holland, versteckt, gestorben 25.9.1944

Heinrich-Kloppers-Str. 1-3
Heinrich Kloppers, JG. 1891, verhaftet 23.8.1944, gestorben 24.11.1944 Neuengamme

Heinrich-Kloppers-Str. 11
Karl Wertheim, JG. 1880, ermordet 5.11.1942 Auschwitz
Frieda Wertheim, geb. Wiessen, JG. 1877, ermordet 5.11.1942 Auschwitz
Gertrud Blumenthal, geb. Wertheim, JG.1909, ermordet 5.2. 1942 Auschwitz
Walter Blumenthal, JG. 1896, ermordet 1943 Auschwitz
Margot Blumenthal, JG. 1896, ermordet 1943 Auschwitz
Carla Rahel Blumenthal, JG. 1942, ermordet 5.2.1943 Auschwitz

Feiern und Feste im Dienste der NS-Propaganda

VON INA STEVEKER

Die Kult- und Feierformen des Nationalsozialismus sollten in erster Linie eine emotionale Wirkung hervorrufen. Der NS-Kult sollte dadurch in den Alltag der Menschen hineinwirken und ihn weitestgehend bestimmen. Um wirklich alle Menschen damit erreichen zu können, wurden nicht nur Massenveranstaltungen in Großstädten organisiert, sondern Feste und Veranstaltungen wurden auch auf lokaler, regionaler Ebene nachgeahmt. Solche Feste wurden meist mit Aufmärschen und Paraden zelebriert und dienten hauptsächlich der Selbstdarstellung der Partei. So waren nicht einmal die Reichsparteitage im September zur Besprechung politischer Probleme vorgesehen, sondern im eigentlichen Sinn zur Propaganda für die NSDAP. Die Wirkung solcher Veranstaltungen sollte sein, eine Hochstimmung im Volk hervorzurufen, welche jedoch, genau wie die Propaganda, durch die Alltagsprobleme meist wieder verdrängt wurde.

Feste und Feiertage allgemein:
-30.01.: Tag der Machtergreifung
-Ende Feb.: Parteifeiertag
-März: Heldengedenktag
-20.04. Geburtstag des Führers, Aufnahme der 14-jährigen in die Hitlerjugend
-01.05.: Maifeiertag, Tag der Arbeit
-September: Reichsparteitage der NSDAP
-Anfang Okt.: Erntedankfest
-09.11.: die Niederlage von 1923 sollte in einen Triumph verwandelt werden

Zudem feierten die Nationalsozialisten ebenfalls im großen Stil jährlich die Sommersonnwende am 24. Juni. Damit wollten sie an eine altgermanische Tradition anknüpfen.
Über die Sonnwendfeier in Bad Bentheim berichtet ein Artikel aus der „Bentheimer Zeitung“ vom 26.06.1933 (vgl. blog)

Literatur: Thamer, Hans-Ulrich: Ausbau des Führerstaates. In: Information zur politischen Bildung Nr. 266/2000. S. 21.

Straßenumbenennungen in Bad Bentheim nach 1933

VON TOBIAS BEUEL

Bereits kurz nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 kam es in vielen deutschen Städten zu Umbenennungen von Straßen und Plätzen.
Fast jede Stadt besaß damals eine eigene „Adolf-Hitler-Straße“ oder auch einen „Adolf-Hitler-Platz“. Aber auch nach anderen Personen, denen die Ideologie der Nationalsozialisten eine besonderen Platz einräumte, wurden Straßen benannt. Dazu gehörten z.B. Hindenburg oder Hermann Göring.
Sehr häufig wurde dabei Straßen ein neuer Name gegeben, die vorher nach einer jüdischen Person oder bedeutenden Sozialdemokraten benannt waren.

Auch Bad Bentheim blieb von diesem Vorgehen nicht verschont. So führte bald eine Adolf-Hitler-Straße durch die Stadt, und der ehemalige Reichspräsident Paul von Hindenburg wurde ebenfalls geehrt. Im Einzelnen besaßen folgende Straßen von 1933 bis 1945 einen anderen Namen:

 Wilhelmstraße
Name von 1933-1945: Straße der SA

SA
Sturmabteilung (SA), gegründet 1921 als „militärischer Arm“ der NSDAP. Im November 1923 am fehlgeschlagenen Hitlerputsch beteiligt. Beging während der Weimarer Republik zahlreiche Mord- und Bombenanschläge und lieferte sich häufig Straßenschlachten mit den Wehrverbänden anderer Parteien, insbesondere dem kommunistischen „Roten Frontkämpferbund“. Die Mitgliederzahl wuchs von 1930 bis 1934 von 60.000 auf über 4 Millionen an und stellte nach der Machtübernahme eine gefährliche innerparteiliche Macht dar. Dies veranlasste Hitler, am 30. Juni 1934 die gesamte Führungsschicht der SA umbringen zu lassen. Er begründete diese Tat damit, dass der damalige Stabschef der SA, Ernst Röhm, einen Putsch, den s.g. „Röhm-Putsch“, geplant habe.
Danach geriet die SA in politische Bedeutungslosigkeit uns spielte in den nächsten Jahren kaum noch eine Rolle

 Hilgenstiege
Name von 1933-1945: Adolf-Hitler-Straße

Adolf Hitler
Geboren 1889 in Österreich, deutscher Politiker und Diktator. Trat 1919 der später in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei umbenannten Deutschen Arbeiterpartei bei und wurde 1921 deren Vorsitzender. Versuchte 1923 einen Putsch, der jedoch scheiterte. Hitler wurde verhaftet und die NSDAP verboten. Er wurde 1924 jedoch wieder entlassen und gründete die NSDAP daraufhin neu. Es folgte der stetige Aufstieg der Partei, der darin seinen Höhepunkt fand, dass die Partei bei den Reichstagswahlen im November 1932 stärkste Kraft wurde. Hitler wurde daraufhin am 30. Januar 1933 von Reichspräsident von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt.
In der Folgezeit errichtete die NSDAP eine Diktatur, in der alle anderen Parteien verboten waren und politische Gegner massiv verfolgt wurden. Außerdem betrieb sie eine systematische Entrechtung der Juden und anderer Minderheiten in Deutschland und später in anderen europäischen Ländern,die in der s.g. „Endlösung“ ihren Gipfel fand, in deren Verlauf über 6 Millionen Juden ermordet wurden.
1939 begann der Zweite Weltkrieg durch den Einmarsch der deutschen Reichswehr in Polen.
Die Herrschaft der Nationalsozialisten endete am 8. Mai 1945 mit der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands, nachdem Hitler sich bereits am 30. April umgebracht hatte.

 Eisenbahnstraße
Name von 1933-1945: Leo-Schlageter-Straße

Albert Leo Schlageter
Geboren am 12. August 1894. War ein deutscher Freikorpskämpfer und u.a. beim rechten Kapp-Putsch beteiligt. Bei der Besetzung des Ruhrgebiets 1923 durch die Franzosen war er im aktiven Widerstand tätig und leitete dabei einen illegalen Stoßtrupp. Dieser verübt Sprengstoffanschläge auf Eisenbahnlinien und andere Sabotageaktionen. Am 7. April 1923 wurde er von den Franzosen gefasst und für den Vorwurf der Sabotage und Spionage zum Tode verurteilt. Am 26. April 1923 wurde er hingerichtet.Nach seinem Tod wurde Schlageter von den Nationalsozialisten zum Märtyrer erklärt und massiv in ihrer Propaganda eingespannt. Nach der Machtergreifung 1933 wurden in zahlreichen Städten Straßen und Plätze nach ihm benannt.

 Nordring
Name von 1933-1945: Hindenburg-Straße

Paul von Hindenburg
Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg war ein deutscher Politiker und Militär. Geboren 1847, schlug er nach seiner Schulzeit die Militärkarriere ein. Im Ersten Weltkrieg errang er als Oberbefehlshaber der 8. Armee einen überragenden Sieg gegen die 2. russische Armee in der so genannten „Schlacht bei Tangenberg“. Nach diesem Sieg entstand ein regelrechter Mythos um den „Sieger von Tangenberg“ und sein Ansehensgewinn in der deutschen Öffentlichkeit begünstigte stark seine spätere Karriere.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs verbreitete er die „Dolchstoßlegende“, mit der er die Schuld für die Niederlage den demokratischen Parteien in Deutschland anlasten wollte.
1925 wurde er zum Reichspräsidenten gewählt und 1932 für eine zweite Amtswahl bestätigt.
1933 ernannte er auf Drängen seiner Berater Adolf Hitler zum Reichskanzler, obwohl er eine große Abneigung diesen hegte. Im Februar 1933 unterschrieb er die von den Nationalsozialisten vorbereitete „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“, die nach dem Reichstagsbrand in der Nacht zuvor wesentliche Teile der Verfassung außer Kraft setzte und so eine Voraussetzung für die Nationalsozialisten schuf, die Demokratie in Deutschland nach und nach abzuschaffen und ihr diktatorisches Regime zu errichten. Nur einen Monat später unterzeichnete er auch das Ermächtigungsgesetz, das der Regierung die Möglichkeit gab, Gesetze zu erlassen, wodurch das Parlament quasi ausgeschaltet wurde.
Am 2. August 1934 starb von Hindenburg im Alter von 86 Jahren und wurde im Denkmal der Schlacht bei Tannenberg beigesetzt.

 Neustadtstraße
Name von 1933-1945: Franz-Seldte-Straße

Franz Seldte
Geboren am 29. Juni 1882. War Gründer des Stahlhelm, einer republikfeindlichen Organisation ehemaliger Frontsoldaten in der Weimarer Republik. Im Kabinett unter Hitler 1933 war er erster Reichsarbeitsminister. Später trat er der NSDAP bei und wurde Reichskommissar für den Freiwilligen Arbeitsdienst. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde er unter dem Vorwurf von Kriegsverbrechen verhaftet und starb am 1. April 1947 in der Gefangenschaft.

Karl Raapitz – Aussagen eines Zeitgenossen

VON TOBIAS BEUEL

Nach der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands 1945 wollten die Besatzungsmächte ein Deutschland schaffen, das vollständig vom Nationalsozialismus befreit war. Um dies zu verwirklichen, begannen sie mit der so genannten „Entnazifizierung“ Deutschlands. Ein Hauptziel dieses Programms war es, sämtliche noch lebenden hohen Parteimitglieder vor ein Gericht zu stellen und zu verurteilen. Desweiteren wollte man das gesamte deutsche Volk „umerziehen“, das heißt vom nationalsozialistischen Gedankengut befreien.
Um die individuelle Schuld jedes einzelnen Bürgers zu beurteilen, wurden fünf Kategorien eingeführt: Hauptschuldige, Belastete, Minderbelastete, Mitläufer und Entlastete. Jeder Erwachsene musste einen Fragebogen ausfüllen, anhand dessen diese Person in eine der Kategorien eingeteilt wurde. Mutmaßliche NS-Straftäter konnten durch die Aussage anderer, nicht belasteter Personen entlastet werden. Ihnen wurde umgangssprachlich ein „Persilschein“ ausgestellt.
Eine solche Aussage stellt das folgende Zeitdokument dar, das Herr G. Gosejacob über den Bürgermeister Bentheims 1938-1944, Karl Raapitz, verfasste. Dieses zeigt eine ganz andere Seite von Raapitz, der ja in seiner Bewerbung zum Bürgermeister als überzeugter und radikaler Nationalsozialist erscheint:

Quelle: Stadtarchiv Bad Bentheim

Stadtinspektor G. Gosejakob Bad Bentheim, den 12. August 1948

In dem Entnazifizierungsverfahren gegen den gefallenen früheren Bürgermeister der Stadt Bad Bentheim, Karl Raapitz, gebe ich folgende Erklärung ab:
Der frühere Oberzollinspektor Karl Raapitz wurde im Jahre 1938 Bürgermeister der Stadt Bad Bentheim. Er hat in der kurzen Zeit seiner Tätigkeit in seiner rein idealistischen Auffassung vom Nationalsozialismus versucht, nur nach Recht und Gerechtigkeit zu handeln und zu urteilen.
Zum Beweis mögen folgende Tatsachen dienen:
Als im Stadtgebiet Bentheim Übergriffe der Gestapo vorkamen, – ein Reisender war, soweit mir erinnerlich, in der Gastwirtschaft Vahrenhorst und anschliessend im Dienstgebäude der Gestapo geschlagen worden und beschwerte sich hierüber am nächsten Tage beim Bürgermeister als Polizeiverwalter – hat Bürgermeister Raapitz trotz aller Versuche der Gestapo, die Angelegenheit zu vertuschen, die Bestrafung der Schuldigen verlangt und entsprechende Schritte gegen die Gestapo unternommen. Er begründete seine Forderung damit, dass er für Ruhe und Ordnung in seinem Polizeibezirk verantwortlich sei und Übergriffe irgendwelcher Art nicht zulasse. Er hat trotz aller Widerstände und persönlicher Anfeindungen die Bestrafung der Beamten durchgesetzt.
Weiter sollte einem Bentheimer Bürger ein Grundstück zu Gunsten des Kreisleiters genommen werden. Bürgermeister Raapitz fragte mich nach dem hierzu geeigneten Weg, und ich habe ihm daraufhin die Gegenfrage gestellt: „Wollen Sie zu solch einer schmutzigen Sache Ihre Hand hergeben, Herr Bürgermeister?“ Darauf hin sprang er auf, stellte sich schweigend ans Fenster und schickte mich nach einigen Minuten aus dem Dienstzimmer. Am nächsten Morgen bat er mich zu sich und erklärte: „Sie hatten gestern recht, ich danke Ihnen, ich werde in der Angelegenheit nichts unternehmen. Er ermächtige mich dann noch, den betr. Bürger nach 2 Jahren von der Angelegenheit zu unterrichten und ihm zu sagen, dass ich ihm das Grundstück erhalten habe.
Gelegentlich einer Haushaltsbesprechung, kurz nach seiner Amtseinführung, kamen wir auf Weltanschauung, Religion und Kirche zu sprechen. Ich verteidigte meine Kirchenzugehörigkeit, also christliche Auffassung, während Bürgermeister Raapitz seine nationalsozialistische Weltanschauung vertrat. Die Aussprache beendete Bürgermeister Raapitz mit den Worten: „Bleiben Sie was Sie sind, ich bleibe was ich bin, im übrigen sind wir heute gute Kameraden geworden“. Ein engstirniger Parteibuchbeamter hätte sich niemals Andersdenkenden gegenüber so verhalten.
Die Richtigkeit der vorstehend geschilderten Tatsachen versichere ich hierdurch an Eides Statt.

Gerhard Gosejacob

Literaturverzeichnis – allgemein

Bundeszentrale für politische Bildung (Hg.): Informationen zur politischen Bildung: Nationalsozialismus I und II. Bd. 251. Bonn 2003 und 266. Bonn 2004.

Barth, K.: Die Kirche Jesu Christi. München 1933.

Barth, K.: Theologische Existenz heute. München 1933.

Bauberot, J.: „Protagonisten, Institutionen, Entwicklungen. Die Kirchen und die
internationalen Beziehungen. Die protestantischen Kirchen. Nationalsozialismus.“ In: MAYEUR, J.-M. (HG.): Die Geschichte des Christentums Band 12. Erster und Zweiter Weltkrieg, Demokratien und totalitäre Systeme 1914-1958. Freiburg im Breisgau 1992. S. 344–363.

Beckmann, Christoph: Machtergreifung vor Ort. In: Heydemann, G. /Oberreuter H. (Hg.): Diktaturen in Deutschland – Vergleichsaspekte. Bonn 2003. S. 94 – 116.

Greschat, M.: Im Zeichen der Schuld. 40 Jahre Stuttgarter Schuldbekenntnis. Neukirchen-Vluyn 1985.

Greschat, M.: „Kirche und Öffentlichkeit in der deutschen Nachkriegszeit (1945-1949)“. In: BOYENS u.a.: Kirchen in der Nachkriegszeit. Vier zeitgeschichtliche Beiträge. Göttingen 1979. S. 100-124

Meier, K.: „Das Christentum in Europa in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Deutschland und Österreich. Die evangelische Kirche im Dritten Reich.“ In: MAYEUR, J.-M. (HG.): Die Geschichte des Christentums Band 12. Erster und Zweiter Weltkrieg, Demokratien und totalitäre Systeme 1914-1958. Freiburg im Breisgau 1992. S. 713–725.

Meier, K.: Kirche und Judentum. Die Haltung der evangelischen Kirche zur Judenpolitik des Dritten Reiches. Halle an der Saale 1968.

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Allgemein über die Grafschafter Parteienlandschaft während der Weimarer Republik (und danach)

Ders.: Der reformierte Protestantismus in der Grafschaft Bentheim während der Weimarer Republik und das Aufkommen des Nationalsozialismus bis zu seiner Etablierung Ende 1933.
Noch nicht veröffentlicht; liegt als Datei und in gedruckter Version vor.

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Wagner, Herbert: Die Gestapo war nicht allein … Politische Sozialkontrolle und Staatsterror im deutsch-niederländischen Grenzgebiet 1929-1945 (Anpassung – Selbstbehauptung – Widerstand, Bd. 22), Münster 2004.

Die politische Partizipation der Bürger – Wahlen und Parteien in der Grafschaft Bentheim, in: Heinrich Voort (Hrsg.), 250 Jahre Bentheim – Hannover. Die Folgen einer Pfandschaft 1752-2002. Hrsg. i.A. des Landkreises Grafschaft Bentheim, Bad Bentheim 2002, S. 127-266.

GN-Sonderseite zum 75. Jahrestag der Machtergreifung Hitlers am 30.01.2008.