Die Entwicklung der NSDAP in der Grafschaft ab 1930

VON DINA NIEHAUS; DENNIS STEGEMERTEN; SIMON REEFMANN

Literatur: Lensing, Helmut: „Der Aufstiege der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in der Grafschaft Bentheim 1923-1933“. In: Osnabrücker Mitteilungen, Bd. 111. Osnabrück 2006

Nachdem Dr. Josef Ständer mit der Ortsgruppe Gildehaus die dritte Ortsgruppe der Grafschaft gegründet hatte, stieg er zum NSDAP-Leiter des „Bezirks 26 Bentheim-Lingen“ auf. Dieses Amt behielt er mit Unterbrechungen bis 1945.
Im Laufe des Jahres 1930 entstanden mehrere neue Ortsgruppen, unter anderem in Schüttorf und Uelsen, wobei Uelsen schon im September des selbigen Jahres 60 Mitglieder verzeichnen konnte. Alle sechs Ortsgruppen hatten zusammen über 160 Mitglieder. Auch die Leiter dieser Gruppen kamen aus der Arbeiterschaft und der Mittelschicht, für die sich ihr Engagement während der Nationalsozialistischen Regierung noch gesellschaftlich und beruflich auszahlen sollte.
Mit dem Ausbau der Ortsgruppen begann auch der Auf- beziehungsweise Ausbau der parteinahen Organisationen. So wird im November 1930 das erste Mal die SA in der Obergrafschaft erwähnt [Vgl. Lensing, Helmut: „Der Aufstiege der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in der Grafschaft Bentheim 1923-1933“. In: Osnabrücker Mitteilungen, Bd. 111. Osnabrück 2006, S. 269]. Bis zum Herbst 1932 war die SA schon in der ganzen Grafschaft aktiv und als „Schlägertruppe der Nationalsozialisten“ [Vgl. Lensing, Helmut: „Der Aufstiege der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei in der Grafschaft Bentheim 1923-1933“. In: Osnabrücker Mitteilungen, Bd. 111. Osnabrück 2006, S. 265] bekannt. Des Weiteren begann die NSDAP mit dem Aufbau einer Hitlerjugend (s. Blog) und einer Frauenschaft.
Im Oktober 1932 gab es dann schon 15 Ortsgruppen. Besonders erwähnenswert ist dabei, dass die Ortsgruppe Uelsen, zwei Jahre nach ihrer Gründung, mit 400 Mitgliedern mit Abstand die größte Ortsgruppe in der Grafschaft war, was auf den großen Zuspruch für die NSDAP aus der bäuerlich-protestantischen Schicht zurückzuführen ist. Die NSDAP konnte in den Krisenjahren der Weimarer Republik vor allem bei der Landbevölkerung Stimmen sammeln. So erreichte die NSDAP in Uelsen und in den umliegenden Ortschaften ausschließlich Ergebnisse über 50 %. Daher kann man Uelsen als NSDAP-Hochburg bezeichnen. Aber auch insgesamt waren die Ergebnisse, die die NSDAP in der Grafschaft im Vergleich zum restlichen Deutschland erhielt, eher hoch.

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