Die Machtergreifung in der Grafschaft Bentheim im nationalen Vergleich

VON DINA NIEHAUS; DENNIS STEGEMERTEN; SIMON REEFMANN

Literatur: Beckmann, Christoph: Machtergreifung vor Ort. In: Heydemann /Oberreuter (Hg.): Diktaturen in Deutschland – Vergleichsaspekte. Bonn 2003. S. 94 – 116.

In den vorherigen Kapiteln wurde die Machtergreifung in der Grafschaft Bad Bentheim dargestellt. In dem folgendem Text werden diese Ergebnisse nun mit den von Christoph Beckmann genannten Kriterien zur typischen Machtergreifung verglichen. Beckmann hat Beurteilungskriterien entwickelt, nach denen die Ausmaße der lokalen Nationalisierung beurteilt werden können. Diese Kriterien werden im Folgenden auf die Grafschaft angewandt.

Als erster Vergleichspunkt bietet sich der Zeitpunkt der Gründung der ersten Ortsgruppe in der Grafschaft Bentheim an. Wie schon geschrieben [s. Blog] gab es schon lange vor 1933 nationale Gruppierungen in der Grafschaft. Das ist laut Beckmann ein Kriterium dafür, dass das stark nationale Gedankengut schon länger verbreitet war, was nach seiner Meinug zur Folge hatte, dass sich die NSDAP ohne größere Schwierigkeiten in der Grafschaft etablieren konnte [Vgl. Beckmann, Christopher: ,,Machtergreifung vor Ort“. S.100]. Nicht ganz zu klären ist, inwiefern die Funktionäre der Ortsgruppen schon vorher im politischen Etablissement aktiv waren. Es sieht eher so aus, als ob sich die potentiellen NSDAP-Mitglieder vorher unpolitisch verhielten. Wie Beckmann schon erwähnt, spielten angesehene Persönlichkeiten eine wichtige Rolle.
So sind im Fall der Grafschaft Herr Krabbe, Herr Dr. Ständer und der spätere Bentheimer Bürgermeister Rapitz zu nennen. Alle drei beeinflussten die Grafschaft durch ihr stark nationalsozialistisches politisches Engagement (Vgl. Beckmann, Christopher: ,,Machtergreifung vor Ort“. S.100, vgl. Aussagen Raapitz in seinem Bewerbungsschreiben, vgl. Bericht von Ständer über die Entwicklung der NSDAP in der Grafschaft. In: Das Bentheimer Land XI. Vgl. Blog].
Zusammenfassend kann man aufgrund der gesammelten Erkenntnisse sagen, dass die Grafschaft den typischen Weg der Machtergreifung gegangen ist und darüber hinaus in vielen Punkten sogar noch weiter ging. Für uns entsteht der Eindruck, dass es in der Grafschaft schon früh sehr viele und sehr große Ortsgruppen gab. Somit scheint die Grafschaft ein idealer Nährboden für den nationalsozialistischen Einfluss gewesen zu sein. Weitere Recherchen zu diesen Eindrücken folgen.

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