Zeitungsartikel: „Unsere Jugend schuf sich einen Schießstand“

VON JOHANNES NIEHAUS, SANDRA SCHULTE, JENS HOFFMANN

Feierliche Eröffnung durch Bannführer Marschall-Lingen. Heißes Ringen um die Ehrenpreise im Manschafts- und Einzel-Wettkampf

Aus eigenem Antrieb und unter tatkräftigem Zugreifen hat die HJ.-Gefolgschaft 17/148 Bentheim auf der Müst einen neuen Schießstand geschaffen, der am gestrigen Sonntag durch Bannführer Marschall-Lingen in feierlicher Weise eröffnet wurde. In seiner Ansprache wies der Bannführer darauf hin, daß aus einem nicht mehr zeitgemäßen Stande ein Schießstand errichtet wurde, der der Hitlerjugend die Möglichkeit gebe, sich im Kleinkaliberschießen auszubilden. Vor einigen Wochen sei die HJ.-Schießschule eröffnet, durch die die Jungen ihre Ausrichtung erfahren und somit ein guter Nachwuchs sichergestellt sein werde. Jeder Junge müsse es soweit bringen, daß er mit der Kleinkaliberbüchse umzugehen verstehe, und das Ziel aller müsse sein, das HJ.-Schießabzeichen zu erringen. Nach der Flaggenhissung, dem Gruß an den Führer und dem Gesang der Nationallieder setzte sogleich der Manschafts-Wettkampf ein, an dem nicht weniger als 19 Manschaften beteiligt waren. Jede Mannschaft bestand aus einem Führer und drei Mann. Geschossen wurde auf 1-cm-12er-Brustringscheiben auf 50 Meter Entfernung. Jeder Schütze hatte je zwei Schuß liegend, kniend und stehend freihändig abzugeben; dazu war ihm ein Probeschuss gewährt. Landrat SA.-Oberführer Rosenhagen hatte für die beste Mannschaft und für den besten Schützen aus dem sich anschließenden Einzelwettkampf je einen Ehrenpreis, bronzene Führerplakette, gestiftet. Weiter waren noch eine Reihe schöner Preise von anderen Schützen zur Verfügung gestellt worden. In Folge der starken Beteiligung am Mannschafts-Wettkampf zog sich dieses Schießen über drei Stunden hin und unter den guten und schießfreudigen Schützen entbrannte ein heißer Streit der Büchsen. Die höchste Ringzahl erreichte die Mannschaft des Zollamts Bentheim, die damit den Ehrenpreis des Landrats erhielt. Weitere Preise vielen der Mannschaft des NSKK., der SA 21/62 und der SA 25/62 zu. Bei dem Einzel-Wettkampf wurde mit Kleinkaliberbüchsen (5 Schuß liegend freihändig) und Luftgewehren (3 Schuss stehend freihändig) geschossen. Auch hier war der Zuspruch groß, und der Tag begann sich bereits zu neigen, als die Unentwegten immer noch versuchten, ihre Position zu verbessern. Die erzielten Ergebnisse waren auch in diesem Schießen gut. Den ersten Preis (Ehrenpreis des Landrats) erwarb Herr G. Krabbe, den zweiten Herr Petersen, den dritten Herr Kruß und den vierten Herr Weiß. Bei dem Schießen mit dem Luftgewehr gelangten ebenfalls vier Preise zur Verteilung, in die sich die Herren Kruß, Momberger, Somberg und Otte teilten. […]“

Auszug aus der Bentheimer Zeitung vom 12.10.1937

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